Category:Ties in Lower Saxony

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Diese Kategorie enthält die in den Jahren 500 bis 900 in niedersächsischen Dörfern entstandenen Versammlungsplätze mit dem landläufigen Namen Thie und dem wissenschaftlichen Namen Tie. Da das th seit der Rechtschreibreform 1901 mit Ausnahme des Wortes Thron ohne h geschrieben wird, ist das Wort Tie im wissenschaftlichen Gebrauch maßgeblich.

Über Steintreppen stieg man hoch zu dem von Mauern umgebenen Tie. Vertreter der Dorfbevölkerung trafen sich im Schatten von Linden zur Verhandlung und Abstimmung. Sie regelten an einem steinernen Tisch die dörflichen Belange oder sagten als Zeugen in Gerichtsverhandlungen aus. Die Abstimmungen geschahen mit einfacher Mehrheit.

Die Dörfer, deren Name mit -sen, -hausen oder -rode enden, besaßen bei ihrer Gründung den Tie, aber auch andere in den Jahren 500 bis 900 gegründete Dörfer können den Tie als Versammlungsplatz gehabt haben. Orte mit der Namensendung -hausen oder der Abkürzung -sen entstanden im 6. bis 8. Jahrhundert, während die Orte mit der Namensendung -rode im 9. Jahrhundert gebaut wurden. Das Wort Tie war in Norddeutschland zwischen dem Rhein und der Elbe bekannt, aber Ties standen gehäuft in niedersächsischen Dörfern südlich der Städte Osnabrück, Hannover, Hildesheim und Braunschweig, vor allem im Umkreis von Hildesheim und Göttingen. Die Dörfer im Harz und in dem Harzvorland besitzen den Tie nicht, weil sie erst in einem späteren Zeitraum gegründet wurden.

Nach der "Lüneburger Gemeinheitsteilungsverordnung" von 1802, die für ganz Deutschland Gültigkeit hatte, wurde es möglich, einen im Weg stehenden Tie andersartig zu nutzen, zu verkleinern oder zu entfernen.

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